Direkte Prozesse in Kontextmenüs einfügen.

1. Zweck

In den Kontextmenüs der Cockpits können Prozesse aus anderen Modulen direkt aufgerufen werden. Dadurch kann ein Benutzer beispielsweise aus dem Adresscockpit direkt einen Prozess der Fakturierung starten, ohne zuerst in das entsprechende Modul wechseln zu müssen.

In diesem Beispiel wird der zusätzliche Menüpunkt Belege erfassen aus der Fakturierung an erster Position in das Kontextmenü des Adresscockpits eingefügt. Der Prozess soll mit Shift+F1 aufgerufen werden.

Originalzustand


 

Für die Konfiguration sind folgende Dateien bzw. Bereiche relevant:

 

2. Prozess in ContextActions.xml definieren

In der Datei

\system\definitions\ContextActions.xml

wird festgelegt, welcher Prozess beim Aufruf eines Kontextmenü-Eintrags ausgeführt wird.

Für Belege erfassen wird folgender Eintrag benötigt:

Die einzelnen Elemente haben folgende Bedeutung.

ContextTable

bestimmt, welchem Cockpit bzw. welcher Tabelle der Prozess zugeordnet wird.
Im Beispiel:

065
 
065 entspricht T065.xml der Adressverwaltung. Da der neue Prozess im Kontextmenü des Adresscockpits zur Verfügung stehen soll, wird 065 als ContextTable verwendet.

ModuleNumber

bezeichnet das Modul, aus dem der aufzurufende Prozess stammt.
Im Beispiel:

011
 
011 steht für die Fakturierung.

Soll beispielsweise ein Prozess aus der Auftragsbearbeitung aufgerufen werden, wird entsprechend die Modulnummer 004 verwendet.

WorkflowId

bestimmt den Prozess, der ausgeführt werden soll.

Die benötigte Workflow-ID kann aus dem entsprechenden Eintrag im Hauptmenü (im Beispiel W011.1.001) ermittelt werden. Sie entspricht dort dem Wert von ReturnValue.

Für Belege erfassen findet sich beispielsweise:

011.01.01.03
Daraus ergibt sich für ContextActions.xml:
 
011.01.01.03

MenuItemId

bestimmt die Funktionstaste, über die der Prozess im Kontextmenü aufgerufen wird.
Im Beispiel:

ShiftF1

Damit wird Belege erfassen über Shift+F1 gestartet.

Ist diese Funktionstaste bereits durch einen anderen Kontextmenü-Eintrag belegt, muss dessen Tastenzuordnung entsprechend geändert werden.

Im Beispiel war Belege bearbeiten ursprünglich mit Shift+F1 belegt. Dieser und gegebenenfalls weitere Einträge müssen deshalb verschoben werden, damit Belege erfassen an erster Position mit Shift+F1 eingefügt werden kann.

 

3. Funktionstaste im Kontextmenü bereitstellen

Neben ContextActions.xml muss die zum Fenster gehörende Datei Wxxx.3.xxx.xml angepasst werden.

Im Beispiel handelt es sich um:

W000.3.265.xml

In dieser Datei sind insbesondere zwei Bereiche relevant:

 

ContextMenuItems

Unter <ContextMenuItems> werden die einzelnen Menüeinträge definiert.

Ein Eintrag enthält beispielsweise:


    false
    false
    Fakturierungsbelege
    ShiftF1
    
        Belege erfassen
        Saisir documents
        Create documents
    
 
 
Über diese Angaben werden unter anderem die Sichtbarkeit, Aktivierung, Funktionstaste, Beschreibung und Gruppenzuordnung des Kontextmenü-Eintrags festgelegt.

GroupItems

Am Ende der Datei befinden sich die . Hier werden die Gruppen definiert, denen die einzelnen Kontextmenü-Einträge zugeordnet werden.

Beispiel:


    
        Belege Fakturierung
        Documents facturation
        Invoicing Documents
    
 
Die GroupId eines Eintrags unter muss mit der entsprechenden Group ID unter übereinstimmen.

 

4. Bearbeitung über die Tools

Die Einträge müssen nicht direkt in der XML-Datei bearbeitet werden. Die Eigenschaften der Kontextmenü-Einträge können über die Tools gepflegt werden.

Folgende Angaben stehen zur Verfügung:

Taste

Bestimmt die dem Kontextmenü-Eintrag zugeordnete Funktionstaste.

Im Beispiel wird ShiftF1 für Belege erfassen verwendet.

Anzeigen

entspricht dem XML-Element und legt fest, ob der Eintrag im Kontextmenü sichtbar ist.

Dabei ist zu beachten, dass die Werte in der XML-Datei logisch umgekehrt sind:

Deaktiviert

entspricht dem XML-Element und bestimmt, ob die Funktion verwendet werden kann.

Beispiel:

false
 
Der Kontextmenü-Eintrag ist aktiv.

Beschreibung

Hier wird die Bezeichnung der Funktion im Kontextmenü festgelegt.

Mit F1 – Sprachen bearbeiten können die sprachabhängigen Bezeichnungen des Eintrags bearbeitet werden.

DocumentationID

Über die DocumentationID kann der Kontextmenü-Eintrag mit dem entsprechenden Handbuchteil verknüpft werden.

Group ID

Die Group ID ordnet den Kontextmenü-Eintrag einer Gruppe zu.

Die gleiche ID wird an zwei Stellen verwendet:

 
   ...
    Fakturierungsbelege
    ...
 
 
und unter :
 
 
 
Mit F2 – Gruppenbeschreibungen bearbeiten können die sprachabhängigen Bezeichnungen der Gruppen für das Kontextmenü bearbeitet werden.
 

 

5. Bereits belegte Funktionstasten

Bevor eine Funktionstaste für einen neuen direkten Prozess verwendet wird, muss geprüft werden, ob sie bereits belegt ist.

Im Beispiel soll Belege erfassen an erster Position erscheinen und deshalb mit Shift+F1 aufgerufen werden.

Im Originalzustand war Shift+F1 jedoch bereits mit Belege bearbeiten belegt. Die bestehenden Einträge müssen deshalb entsprechend umdefiniert bzw. verschoben werden.

Nach der Anpassung ergibt sich beispielsweise:

Funktionstaste Funktion
Shift+F1 Belege erfassen
Shift+F2 Belege bearbeiten
Shift+F3 Belegeinsicht
Shift+F4 Rechnung erfassen
Shift+F5 Lieferschein erfassen
Shift+F6 Offerte erfassen
Shift+F7 Gutschrift erfassen
Shift+F8 Auftragsbestätigung erfassen

Dadurch entspricht sowohl die Reihenfolge im Kontextmenü als auch die Belegung der Funktionstasten der gewünschten Konfiguration.

 

6. Verfügbare Funktionstasten

Für die Belegung der Kontextmenü-Einträge stehen folgende Funktionstasten zur Verfügung:

Bei der Vergabe muss darauf geachtet werden, dass eine Funktionstaste innerhalb des betreffenden Kontextmenüs nicht mehrfach verwendet wird.

 

7. Modulabhängigkeit

Direkte Prozesse berücksichtigen die Modulkonfiguration des Benutzers.

Ist das betreffende Modul für einen Benutzer deaktiviert, wird auch die entsprechende Funktionstaste bzw. der zugehörige Menüeintrag nicht im Kontextmenü angezeigt.

Ein Benutzer, für den beispielsweise die Fakturierung nicht freigeschaltet ist, sieht somit auch die hier definierten direkten Prozesse der Fakturierung nicht.

 

8. Ergebnis kontrollieren

Nach Abschluss der Konfiguration sollte das Kontextmenü im Adresscockpit kontrolliert werden.

Belege erfassen muss nun:

9. Zusammenfassung der Zuordnungen

Für das Einfügen eines direkten Prozesses sind vier Angaben besonders wichtig:

Element Bedeutung Beispiel
ContextTable Cockpit/Tabelle, in dessen Kontextmenü der Prozess erscheinen soll 065 – Adressverwaltung
ModuleNumber Modul, aus dem der Prozess stammt 011 – Fakturierung
WorkflowId Auszuführender Prozess; entspricht dem ReturnValue des Hauptmenü-Eintrags 011.01.01.03
MenuItemId Funktionstaste des Kontextmenü-Eintrags ShiftF1

Damit lässt sich das Verfahren auch auf andere Cockpits, Module und Prozesse übertragen.

 

Hinweis zu Neo-2

Ab Neo-2 werden die Untermenüs im Kontextmenü automatisch eingeblendet, sobald der Mauszeiger über den entsprechenden Hauptmenü-Eintrag bewegt wird. Ein zusätzlicher Mausklick ist nicht mehr erforderlich.

Die zugeordneten Funktionstasten bleiben unverändert und ermöglichen weiterhin den direkten Aufruf der einzelnen Prozesse.